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Techniker Krankenkasse: Thüringen zahlt die Zeche

Zusatzbelastung für Arbeitgeber: Bis zu 145 Millionen Euro

Die Thüringer müssten im Jahr 2009 mit einer deutlichen Anhebung ihrer Krankenkassenbeiträge rechnen. Denn im Freistaat seien besonders viele Menschen in Kassen wie der TK, der AOK und vielen Betriebs- und Innungskassen versichert, deren Beitragssätze unter dem Bundesdurchschnitt von rund 13,9 Prozent lägen, so die Techniker Krankenkasse.




In der in für Thüringen erscheinenden Publikation der Techniker Krankenkasse "TK-spezial" heißt es weiter:

Aktuell erlebt Deutschland eine erneute Debatte zum künftigen Gesundheitsfonds. Dies mag der Bundesregierung nicht schmecken, ist aber nicht verwunderlich, da das Kernstück der Gesundheitsreform bereits bei seiner Verabschiedung bestenfalls als politischer Formelkompromiss der Großen Koalition galt. Ein knappes Jahr vor Inkrafttreten der Neuregelungen wird nun deutlich, welche konkreten Folgen die Reform für die Betroffenen haben wird.

Im Herbst 2008 muss die Bundesregierung erstmals die Höhe des Einheitsbeitrages ab 1. Januar 2009 festlegen. Aus heutiger Sicht wird dieser mindestens auf dem Niveau des aktuellen Bundesdurchschnitts liegen, um – wie politisch gewollt – eine ausreichende Finanzausstattung des Gesundheitsfonds sicher zustellen. Aufgrund der Kostendynamik im Gesundheitswesen sowie der Begrenzung eines möglichen Zusatzbeitrages der Kasse auf 1 Prozent des Einkommens muss nach Meinung vieler Experten allerdings mit bis zu 14,6 (15,5 einschließlich des Arbeitnehmer-Zuschlags) Prozent gerechnet werden. Thüringer Versicherte können freilich noch hoffen, dass ihre Kasse mit einer dann möglichen Prämienzahlung ihre Zusatzbelastung begrenzt.

Eine solche Chance haben Thüringer Arbeitgeber nicht. Hier wird künftig in jedem Fall der Einheitsbeitragssatz fällig. Für den Freistaat bedeutet dies eine massive Erhöhung der Lohnnebenkosten. Berechnungen der TK auf Basis eines „Durchschnittsarbeitnehmers“ in Thüringen haben für das Jahr 2009 eine Zusatzbelastung der Arbeitgeber im Freistaat in Höhe von 64 Millionen Euro ergeben, würde der Einheitsbeitragssatz nur dem heutigen Bundesdurchschnitt entsprechen. Läge dieser hingegen auf dem von vielen Experten erwarteten Niveau, stiege die Zusatzbelastung der Arbeitgeber in Thüringen auf bis zu 145 Millionen Euro.

Außer in Thüringen gäbe es eine so massive Steigerung der Lohnnebenkosten nur noch in Sachsen. In anderen Bundesländern würde hingegen keine oder eine deutlich geringere Belastung der Lohnnebenkosten erfolgen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Thüringen wird somit durch die Gesundheitsreform leider nicht gestärkt. Ganz im Gegenteil.

Die Befürchtungen der Techniker Krankenkasse teilt die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft für das Bundesland Sachsen:

Mit Blick auf den ab 2009 wirkenden Gesundheitsfonds appellierte der Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft, Bodo Finger, an die Politik, den Beschäftigten nicht jede Lohnerhöhung durch neue Abgaben zu entziehen. „Mehr netto muss das Ziel sein, damit sich Arbeit lohnt“, sagte Finger. Die Beitragserhöhung bei der Krankenversicherung verschlinge die Lohnerhöhung eines ganzen Jahres. Auf Sachsen kommt bei einer Erhöhung um zwei Prozentpunkte eine zusätzliche Belastung von jeweils 300 Millionen Euro für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu. „Das ist weder für die Mitarbeiter noch für die Firmen motivierend“, so Finger.

 

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