Zur Navigation
Zum Inhalt

Patientenverband: Negativ für Versicherte

Warnung vor Zugriff der Politik auf Beiträge

Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) sieht die für 2009 geplante Einführung des Gesundheitsfonds kritisch. «Der Politik den Zugriff zu lassen auf unsere Beiträge halte ich für grundsätzlich verkehrt», sagte der Präsident des Patientenverbands, Wolfram-Arnim Candidus, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.




«Da wird unheimlich viel passieren, aber nichts zur Verbesserung der Versorgung der Versicherten und Patienten», sagte Candidus. Die Versicherten zahlen nach seinen Angaben jährlich 150 Milliarden Euro an Beiträgen in die gesetzlichen Krankenversicherungen ein.

Mit dem Gesundheitsfonds hat die große Koalition in Berlin im vergangenen Jahr ein völlig neues Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. Die Beiträge von Arbeitgebern- und Arbeitnehmern sollen dann in einen großen Geldtopf fließen. Den bundesweit einheitlichen Beitragssatz legt der Bund jeweils zum 1 . November des Vorjahres fest. Bisher machten dies die Kassen selbst.

Bereits vor seiner Einführung habe der Fonds negative Folgen für die Versicherten, sagte Candidus. Weil die Kassen ab 2009 zunächst nur einen Einheitsbeitrag verlangen dürfen, gehe bei den kleinen, armen Kassen die Angst um, von den großen reichen Kassen geschluckt zu werden. Der sogenannte Risikostrukturausgleich zwischen «armen» und «reichen» Kassen führe schon heute zu «gewaltigen Fehlanreizen». Diese «Fehlanreize» würden durch den Gesundheitsfonds verstärkt. «Sie können dann auch versuchen, aus Ihren Versicherten mehr Schwerkranke zu machen, um von anderen mehr Geld zu kriegen.» Die im südhessischen Heppenheim ansässige DGVP wurde 1989 gegründet und vertritt nach eigenen Angaben 25 000 Menschen.

dpa

Weitere Informationen:

Krankenkassen-Wechselservice

In diese Kassen online wechseln - schnell, sicher und bequem