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KKH: Dramatischer Ausgabenanstieg bei Arzneimitteln

Die Kaufmännische Krankenkasse meldet für den Januar 2008 einen Anstieg um 12,3 Prozent

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) schlägt Alarm: "Ein Ausgabenanstieg von über 12 Prozent für Arzneimittel je Mitglied muss im Gesundheitsministerium Besorgnis hervorrufen. Die Politik darf angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit Ende Februar in Hannover.

Es sei geradezu ernüchternd, dass weder die von den Kassen geschlossenen Rabattverträge noch der Preisrückgang bei Generika den Ausgabenanstieg hätten bremsen können. Für Kailuweit haben die ersten Arzneimittelzahlen für 2008 eine hochbrisante politische Dimension. Sie bestätigten die Befürchtung, dass weiter steigende Ausgaben die Bundesregierung bei Einführung des Gesundheitsfonds in 2009 zu einem einheitlichen Beitragssatz von deutlich über 15 Prozent zwingen werden.

Im Januar sind 8,6 Prozent mehr Arzneimittel-Rezepte abgegeben worden als noch im Januar 2007. Das hat den Ausgabenanstieg entscheidend beeinflusst. Aber auch Preissteigerungen für patentgeschützte Arzneimittel außerhalb der Festbetragsregelung schlagen zu Buche. Außerdem drängen neue Arzneimittel auf den Markt, die häufig sehr teuer sind, obwohl sie bereits eingeführten, preiswerteren Präparaten sehr ähneln. "Kurzfristig kann nur ein reduzierter Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel die Situation entschärfen", ist Kailuweit überzeugt.

«Die Beiträge klettern jedes Jahr im Schnitt um gut 0,3 Punkte», sagte Kailuweit. Daher drohe bis 2018 ein Beitragssatz von beinahe 20 Prozent. Bereits für Anfang 2009 - wenn auch der Gesundheitsfonds eingeführt wird - erwartet die KKH einen Anstieg von heute durchschnittlich 14,8 auf 15,5 Prozent. Als Gründe für das Beitragsplus nannte Kailuweit unter anderem fehlenden Wettbewerb und mangelnden Sparwillen.

Der federführende Ersatzkassenverband VdAK wies die Langzeitprognose als «ziemlich spekulativ» zurück. «Das ist heute noch nicht einschätzbar», sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse- Agentur dpa. Auch das Gesundheitsministerium äußerte Kritik. «Das ist wirklich Unfug», sagte Sprecher Klaus Vater. Selbst für Prognosen für 2009 sei es zu früh. Erst nach Klarheit über Ausgaben und Einnahmen der Kassen in diesem September könne die Entwicklung abgeschätzt werden - und dies nur für ein Jahr. Nach dem Willen von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) soll der Beitragssatz infolge der jüngsten Reform über mehrere Jahre stabil bleiben.


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