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Krankenhäusern droht Katastrophenjahr

Unterfinanzierung der Krankenhäuser auch zulasten der Patienten

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Rudolf Kösters, hat vor einer dramatischen finanziellen Notlage der Krankenhäuser gewarnt. „Nach den drastischen Einschnitten durch die Gesundheitsreform wird das Jahr 2008 zum Katastrophenjahr", so Kösters auf dem DKG-Forum „Krankenhausreform 2009“ in Berlin.




Als Gründe für die drohende Notlage der Krankenhäuser nennt Kösters explodierende Energie- und Sachkosten, drohende Tarifsteigerungen sowie die geplante Sanierungsabgabe. Im Krankenhausbereich sei daher mit einem neuen Milliarden Defizit zu rechnen. Auch das Wohl der Patienten sieht Kösters in Gefahr. "Es wäre naiv, zu glauben, die fehlenden Mittel hätten keine Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Im Gegenteil – die Patienten spüren den Mangel an Zuwendung längst am Krankenbett", so Kösters.

DKG-Präsident betont, dass das von den Bundesländern beschlossene Konzept für die Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung ein Schritt in die richtige Richtung sei. Die Überführung des Vergütungssystems in ein leistungsorientiertes Festpreissystem sei unabdingbar. "Nur gleiche Preise für gleiche Leistungen und damit für alle klare und transparente Vergütungsregelungen stellen die Krankenhausversorgung auch in der Fläche nachhaltig sicher", so Kösters.

Trotz guter Ansätze seien aber noch Korrekturen der Reform notwendig. So müsse die Grundlohndeckelung abgeschafft werden, mit der die Vergütung von Krankenhäusern für ambulante und stationäre Behandlungen eng an die Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen gebunden ist. "Zwischen dem medizinischen Versorgungsbedarf und der Lohn- und Gehaltsentwicklung in der Volkswirtschaft gibt es keinen schlüssigen Zusammenhang. Vielmehr behindert die Grundlohnorientierung Innovationen und Wachstum im Gesundheitswesen", betonte DKG-Präsident Kösters.

Deutliche Kritik von Dr. Rudolf Kösters ernten Überlegungen, Rabattverträge auch im Klinik-Bereich einzuführen. "Ein zwangsläufiges Vergütungs-Dumping – wie bei den Arzneimittelrabattverträgen – würde den Kernbereich der Gesundheitsversorgung folgenschwer aushöhlen", so der DKG-Präsident in Berlin.

Die geplante Einführung des Gesundheitsfonds sieht DKG-Präsident ebenfalls kritisch. "Der Fonds ist eine grundlegende Fehlkonstruktion, die ein Monster an Umverteilungsbürokratie erzeugt. Es ist zudem schon jetzt absehbar, dass Kassen mit hohem regionalen Versorgungsbedarf in die Bredouille geraten, während andere Kassen den unerwarteten Geldsegen für Marketingmaßnahmen ausgeben werden", prognostiziert Kösters. Eine Verschiebung des Gesundheitsfonds dürfe daher kein Tabuthema sein.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Neben der Interessenvertretung von 16 Landesverbänden und 12 Spitzenverbänden nimmt die DKG gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Insgesamt versorgen die über 2000 Krankenhäuser und 1,1 Millionen Mitarbeiter jährlich fast 17 Millionen Patienten. Mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro stellen die im DKG zusammengeschlossenen Krankenhäuser einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor im deutschen Gesundheitswesen dar.

 

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