Zur Navigation
Zum Inhalt

Gesundheitsbranche mit großem Wachstum

Demographischer Wandel als Wachstumsmotor

Die Ausgaben für Gesundheitsprodukte und –dienstleistungen sind von 1996 bis 2006 um 27 Prozent auf 248 Milliarden Euro gestiegen, das ergab eine Studie der Deutschen Bank. Das Bruttoinlandsprodukt war im gleichen Zeitraum lediglich um 24 Prozent gestiegen. Als Wachstumsmotor macht die Studie insbesondere den demographischen Wandel aus.




Für die Zukunft geht die Studie der Deutschen Bank von einem weiteren Wachstum der Gesundheitsbranche aus. Der Markt für Produkte und Dienstleistungen gegen altersbedingte Beschwerde wird durch die demographische Entwicklung stetig vergrößert. »Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt könnte bis 2015 zwölf, bis 2050 sogar zwanzig Prozent erreichen", kommentiert der Chefökonom der Deutschen Bank, Norbert Walter, die Aussichten der Branche. Derzeit liegt der Anteil bei knapp 11 Prozent.

Weitere Wachstumsfaktoren sind der medizinisch-technische Fortschritt und das zunehmende Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Sogenannte gesundheitsnahe Leistungen, die in erster Linie Wohlbefinden und Aussehen von Konsumenten verbessern, spielen eine immer größere Rolle. Die Schönheitschirurgie hat sich in Deutschland zu einem Milliardengeschäft entwickelt.

Trotz einer älter werdenden Gesellschaft und des erwarteten Bevölkerungsrückgangs sieht die Studie nicht die Gefahr eines Ärztemangels in Deutschland. Demnach wird die Zahl der niedergelassenen Ärzte zwar deutlich geringer steigen, als in den vergangenen Jahren. Dennoch wird bis 2015 mit einem Anstieg um 0,3 Prozent auf insgesamt 131000 gerechnet. Von 1992 bis 2006 hatte die Zahl noch um rund 2 Prozent pro Jahr zugenommen.

Große Zuwächse werden für Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) erwartet. Grund hierfür sei die Kostenersparnis gegenüber einer Einzelpraxis, etwa bei der Anschaffung von technischen Geräten. "Um Kosten zu sparen, müssen Ärzte genau rechnen", erklärt Peter Wetzel von Advisa, einer auf Heilberufe spezialisierte Steuerberatung, gegenüber dem Handelsblatt. "In ihrer Ausbildung haben viele nicht gelernt, kaufmännisch zu denken", ergänzt Wetzel.

Für die Deutsche Bank bildet die Ärzteschaft ein interessantes Marktsegment. Rund 200 Berater haben nach Auskunft der Deutschen Bank eine spezielle Ausbildung erhalten. Bestandteil der Schulung sind Arztrecht, Niederlassungsformen, Honorarabrechnung, Praxisbewertung, Ärztezentren und regionale Netzwerke sowie steuerliche Grundlagen. Bis 2010 möchte das Bank-Institut seine Kundenzahl im Medizin-Bereich von 30000 auf 60000 erhöhen.

 

Weitere Informationen:

Gesundheitsreform: Veränderungen für Ärzte

Krankenkassen-Wechselservice

In diese Kassen online wechseln - schnell, sicher und bequem